Claudia Conradin begleitet Menschen dabei, mehr innere Klarheit zu entwickeln und sich auch in herausfordernden Lebensphasen selbst führen zu können. In ihrem Podcast „Bewusst Sein – der Soultalk für Zukunftsgestalter:innen“ spricht sie mit ihren Gästen offen über Krisen, Veränderung und die Erfahrungen, die uns im Leben prägen.
In dieser Folge durfte ich selbst bei Claudia zu Gast sein. Und unser Gespräch ist sehr persönlich geworden.
Ich spreche über meinen eigenen Heilungsweg und über einen Tiefpunkt in meinem Leben, an dem vieles von dem, was ich lange versucht hatte aufrechtzuerhalten, nicht mehr funktioniert hat. Rückblickend war es aber genau diese schmerzhafte Erfahrung, die mich gezwungen hat, mich mit Dingen auseinanderzusetzen, denen ich vorher immer wieder ausgewichen war.
Denn wir alle haben unsere ganz eigenen Strategien, um nicht fühlen oder anschauen zu müssen, was unangenehm ist. Wir beschäftigen uns ohne Ende, funktionieren den lieben langen Tag, versuchen das Leben zu kontrollieren oder uns selbst zu optimieren. Und manchmal kann selbst der Wunsch nach Heilung zu einem weiteren Versuch werden, bestimmte Gefühle endlich loszuwerden.
Genau darüber sprechen Claudia und ich: darüber, was passiert, wenn unsere bisherigen Strategien irgendwann nicht mehr funktionieren und wir plötzlich mit uns selbst und dem konfrontiert sind, was darunter liegt.
Wir sprechen auch darüber, warum Heilung selten ein geradliniger Prozess ist. Es gibt nicht diesen einen Moment, ab dem wir alles verstanden haben und nie wieder in alte Muster zurückfallen. Veränderung kann bedeuten, sich immer wieder neu zu begegnen und mit Seiten von sich in Kontakt zu kommen, die man vielleicht jahrelang nicht sehen wollte.
Ein wichtiger Teil unseres Gesprächs dreht sich deshalb um die Frage, was wir eigentlich meinen, wenn wir von Heilung sprechen. Muss am Ende wirklich alles „weg“ sein? Oder geht es vielmehr darum, anders mit dem umgehen zu können, was Teil unserer Geschichte geworden ist?
Für mich bedeutet Heilung heute nicht, irgendwann an einem Punkt anzukommen, an dem mich nichts mehr berührt oder triggert. Es bedeutet auch nicht, zu einer optimierten Version meiner selbst zu werden. Vielmehr geht es darum, mich selbst immer besser kennenzulernen und auch dann bei mir bleiben zu können, wenn das, was ich entdecke, unbequem ist.
Unser Gespräch ist deshalb keine Geschichte darüber, wie ich einen Tiefpunkt erlebt und anschließend alles überwunden habe. Es ist ein ehrlicher Austausch darüber, wie widersprüchlich Veränderung sein kann und warum gerade die Erfahrungen, die wir am liebsten vermeiden würden, manchmal diejenigen sind, die uns am meisten über uns selbst zeigen.
Vielleicht erkennst du dich an der einen oder anderen Stelle darin wieder. Und vielleicht nimmt dir unser Gespräch auch ein wenig den Druck, auf deinem eigenen Weg irgendwann „fertig“ sein zu müssen.
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