Sina Schmitz ist Transformationscoach und arbeitet mit Somatics und Hypnose. Sie spricht offen über ihre eigene Geschichte, ohne sie schönzureden und das ist der Grund, warum ich sie eingeladen habe.
In diesem Gespräch nimmt Sina uns mit in eine Zeit, in der zwei Dinge gleichzeitig wahr waren: Sie begann zu meditieren, Reiki zu lernen, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und gleichzeitig intensivierte sich die Abwärtsspirale: Binge-Eating, Bulimie und Selbstverletzung, parallel zum spirituellen Weg.
Genau darüber wird in der Spiri-Szene und Wellnesswelt kaum gesprochen. Die Vorstellung ist, dass man sich auf den Weg begibt und dann wird alles besser. Aber manchmal muss sich erst etwas öffnen, damit das, was darunter liegt, wirklich rauskommt.
Was mich an Sina fasziniert, ist wie klar sie das benennt. Ruhig sein ist für sie niemals das Ziel, sondern präsent zu sein mit dem, was gerade lebendig ist.
Wir sprechen auch darüber, was passiert, wenn Spiritualität zum Geschäftsmodell wird. Wenn Heilung etwas ist, das man buchen und schnell konsumieren kann und warum echte innere Veränderung selten dort entsteht, wo jemand versucht, sich so schnell wie möglich in einen besseren Zustand zu bringen.
Sina bringt gegen Ende des Gesprächs einen Gedanken ein, der mich wirklich berührt hat: Sieh dich nicht als Projekt. Nicht als jemanden, der erst noch heilen muss, bevor er leben darf. Sondern als jemanden, der bereits vollständig ist und entscheiden darf, was er nicht mehr mit sich trägt.
Dieses Gespräch ist keine Anleitung. Es ist ein ehrlicher Austausch zwischen zwei Menschen, die beide wissen, wie es sich anfühlt, sich selbst nicht zu spüren und was es bedeutet, langsam zurückzufinden. Wir teilen offen, wie unsere eigenen Wege verlaufen sind, mit allen Höhen und Tiefen, damit du siehst, wie normal dein eigener Prozess ist. Sei geduldig mit dir und halte Raum für das, was gerade ist.
BLOGBEITRAG TEILEN